Das Höhlenlabyrinth in der Walldorfer Märchenhöhle besichtigen

Das Walldorfer Höhlenlabyrinth beherbergt auf 65.000 Quadratmeter über 2.500 tragende Säulen und ist eine der größten von Menschenhand geschaffenen Höhlen dieser Art in Europa. Die Sandsteinhöhle von Walldorf ist keine eigentümliche Laune der Natur, sondern wurde durch den Abbau von feinkörnigem Sand von Menschenhand (Sandmacher) erschaffen, der zu damaliger Zeit als Streusand und Scheuersand verkauft wurde. Mittlerweile hat sich das Höhlenlabyrinth in ein sehenswertes Schaubergwerk verwandelt und lädt zahlreiche kleine und große Gäste auf eine aufschlussreiche Entdeckungstour durch ein märchenhaftes Besucherbergwerk ein. Bei der Höhlenführung durch unsere Schauhöhle können Sie sich eine Vorstellung vom Leben der deutschen Sandmacherfamilien verschaffen und werden bei dem Spaziergang unter Tage gleichzeitig Ihre Kinder oder Enkel mit tollen liebevollen Märchenszenen (Märchenbilder) überraschen ✓

Märchenerzähler gibt es vermutlich seit dem Märchenautoren ihre Geschichten, Sagen und Märchen zu Papier gebracht haben. Märchenerzähler tragen zur Entstehung und Überlieferung von alten Märchensammlungen bei. Zu den bekanntesten Märchensammler und Märchenautoren gehören die Gebrüder Grimm, Ludwig Bechstein und Hans Christian Andersen. Im Höhlenlabyrinth unseres Walldorfer Besucherbergwerks möchten wir mit der Gestaltung von Märchenbildern und den Darstellungen einiger bekannter Märchenszenen diesen deutschen Märchendichtern ein Gedächtnismal setzten. Ein Denkmal für die Erhaltung und die Tradition des Märchenerzählens, sowie ein Andenken speziell an die Brüder Grimm, Hans Christian Andersen und vor allem an den Dichter Ludwig Bechstein, welcher als Adoptivsohn des Gründers der Forstakademie Johann Matthäus Bechstein sehr eng mit Meiningen und seiner Umgebung verbunden war ✓

Märchenhaftes und Wissenswertes in der Märchenhöhle von Walldorf entdecken!

Mit einem Besuch der Märchenhöhle treffen Sie für einen kinderfreundlichen Ausflug immer eine gute Wahl. Die unterirdische Führung durch das kurzweilige Labyrinth, die auf die kleinen Höhlenbesucher garantiert eine besondere Faszination ausüben wird, entführt Sie in die oberen Sandsteinschichten des mittleren Bundsandgesteins, welches vor 200 Millionen Jahren in der damals hier vorhandenen wüstenartigen Landschaft entstanden ist. Bei dem abwechslungsreichen Spaziergang durch unsere Märchenhöhle können Sie in die gedanklichen Visionen oben benannter Märchenerzähler eintauchen und eine faszinierende Welt aus Märchen, Sagen wie auch gute Nacht Geschichten entdecken. Die über 30 liebevoll dargestellten Märchenbilder üben insbesondere auf junge Höhlenbesucher eine besondere Faszination aus und werden die Höhlenführung durch die Schauhöhle, gerade für kleine Gäste, zu einem märchenhaften Erlebnis machen ✓

Neben den Einblicken in die märchenhaften Visionen von Hans Christian Andersen, Ludwig Bechstein und den beiden Brüdern Jacob sowie Wilhelm Grimm, werden Sie bei der Führung durch unser Besucherbergwerk auch noch sehr viel Wissenswertes über das Leben der hier arbeitenden Sandmacherfamilien erfahren. Über den Beginn des Sandabbau in Walldorf gibt es zwar keine gesicherten Kenntnisse, eins ist aber bekannt, die zahlenmäßig wachsende Walldorfer Bevölkerung suchte im Mittelalter neben der Landwirtschaft und dem Handwerk eine neue Erwerbsquelle, welche sie in dem feinkörnigen Sand unter den sanften Hügeln in der Umgebung von Walldorf entdeckte. Schon seit dem Jahr 1800 sind schriftliche Quellen über die Höhlennutzung zum Sandabbau vorhanden ✓

Bereits im Jahr 1828 arbeiteten zwölf Sandpächter mit ihren Familienangehörigen in der großen „Fiskalischen Sandgrube“. Mit primitiven Werkzeugen, wie Meißel, Spitzhacke oder Holzklöppeln, drangen die Thüringer Sandmänner zur damaligen Zeit tief in das Felsgestein ein. Oft konnten sie in den schmalen Gängen beim Rauch der Öllampen nur in gebückter Haltung arbeiten und gehen. Die harten Arbeitsbedingungen und der Hunger führten zum frühzeitigen Tod vieler Arbeiter. Zudem mussten sie für die Sandgewinnung dem meiningischen Staat jährlich 5 Gulden Pacht zahlen. Oft waren die armen Sandpächter mit ihren Familien aber überhaupt nicht in der Lage die Summe des Pachtgeldes aufzubringen, weshalb die Gewinnung von Sandstein damals zu den deutschen Notgewerben zählte ✓

Zeitweise waren 60 bis 80 Sandmacherfamilien beschäftigt, oftmals sogar Tag und Nacht, um die schweren Sandsteinbrocken abzuspalten und anschließend zu Stücken zu zertrümmern. Von der Armut und dem Leid der Sandmacher, waren auch die Kinder der Walldorfer Sandmacher hart betroffen. Nach der harten Arbeit zu Hause angekommen, mussten die Frauen und Kinder das Material, was für die Reinigung von Tischen und Dielen verwendet wurde, noch klopfen und sieben. Besonders feine Qualität diente als Vorläufer von Löschpapier und zum Abtrocknen der Tinte. Der Sand wurde mit Hilfe von Hundewagen, Schubkarren oder Kiepen weit über das Land transportiert und verkauft. Um neue Käufer anzulocken, sangen die Thüringer Sandmänner nachfolgendes allseits bekannte Lied:

„Der Sandmann ist da, er hat so schönen weißen Sand, ist allen Leuten wohlbekannt“…

Der Absatz des Sandes und damit auch der Abbau gingen um die Jahrhundertwende rasch zurück. Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Sandgewinnung in der Umgebung von Walldorf und Meiningen eingestellt. Viele Überlegungen und Initiativen gab es, um die Sandsteinhöhle bei Meiningen anderweitig zu nutzen. In der Zeit von 1902 bis 1912 wurde dann in der Bergwerkshöhle eine Champignonzucht betrieben. Doch die komplette Zucht, wurde von einem Schimmelpilz vernichtet und eingestellt. Im Jahre 1932 wurde die Höhle erstmalig durch einen Verein der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Besucherzahlen gingen jedoch in den Kriegsjahren zurück und das führte letztendlich zur Einstellung des Betriebes. Erst seit dem 9. Juni 1957 ist es wieder möglich die Sandsteinhöhle zu besuchen ✓

Rezeption und Öffnungszeiten der Sandstein und Märchenhöhle in Walldorf

Wünschen Sie Informationen über unser Ausflugsziel oder haben Sie Anregungen und Fragen zur Höhle? Wir sind gerne für Sie da und freuen uns jederzeit auf Ihre Nachrichten. Nachfolgend finden Sie unsere Kontaktmöglichkeiten sowie Öffnungszeiten für die Vorsaison, Hauptsaison und Nachsaison. Bitte beachten Sie, im Monat März haben wir nur an den Wochenenden von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Im März beginnt dann die letzte Führung durch die Höhle schon 15:30 Uhr!

April & Mai

Öffnungszeiten der Vorsaison
Täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr haben wir in der Vorsaison für Sie geöffnet.
Die letzte Höhlenführung durch das Schaubergwerk beginnt um 16:00

Juni, Juli & August

Öffnungszeiten der Hauptsaison
Täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr haben wir in der Hauptsaison für Sie geöffnet.
Die letzte Höhlenführung durch das Schaubergwerk beginnt um 17:00

September & Oktober

Öffnungszeiten der Nachsaison
Täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr haben wir in der Nachsaison für Sie geöffnet.
Die letzte Höhlenführung durch das Schaubergwerk beginnt um 16:00

Kontaktmöglichkeiten

Rezeption der Sandsteinhöhle
Ansprechpartner: Bernd Hartung
Post: 98639 Walldorf / Marienstraße 6
Mail: sandsteinhoehle@t-online.de
Phone: 0049 3693 881277